"Tangotanzen bedeutet für mich ganz ich selbst zu sein."

In meinem Unterricht gebe ich die Tradition des Tango argentino weiter. Die Tango-Basis-Schritte wie Basicos, Ochos und Giros sind für jede Tangotänzerin und jeden Tangotänzer ein MUSS. Diese Schritte bilden die Basis auf die spätere Improvisation und Kreation folgen können.

Meiner langjährigen Erfahrung nach ist es besonders am Anfang wichtig ein stabiles Gerüst zu haben um sich auf den Milongas (Tanzabenden) selbstbewusst bewegen zu können. Sensibillität für das Führen und Geführt-werden kann mit diesen Basisschritten geübt werden.

Für mich ist Tango in erster Linie ein Gesellschaftstanz der seiner Tradition verpflichtet ist. Wer Tango tanzt- bringt nicht nur sich selbst als Person in den Tanz ein, sondern tanzt auch die Geschichte des Tango. Freiheit im Tango bedeutet für mich niemals Beliebigkeit. Tangoschritte sind keine leeren Gesten sondern eine Komposition aus Wissen um die Tradition und die freie Wahl zwischen den Möglichkeiten. Wer keine Wahl hat, ist nicht frei.

Ohne Wissen um tradierte Schrittfolgen kann nichts neues, eigenes entstehen, nichts gebrochen werden um sich selbst als Individuum zu begreifen und auszudrücken. Tango als Kunstform, als Ideal besteht, instrumentalisiert uns in unserer besten Form, nicht umgekehrt. Nicht wir benutzen den Tango, er ist großzügiges Medium in dem wir unsere ureigensten, menschlichen Bedürfnisse, Ängste, Grenzen und Gefühle transformieren können. Er führt weit hinaus über bloßes Amusment, weil er uns zwingt zu uns selbst zu stehen oder in der Allgemeinheit unterzugehen. Tango lässt keine Oberflächlichkeit zu, er erweckt in uns die Suche nach dem was uns fehlt, uns unvollständig und verlassen macht. Das spüren wir und teilen es in der Umarmung, die Halt vor dem Fall, die Liebe im Augenblick bedeutet. Tango ermöglicht die Transformation der Angst vor dem Vergessen in Lebensenergie, eine Explosion, die so hell sprüht, dass Zeit und Bewegung in jedem Moment unseres Tanzes wiedergeboren werden.